Androctonus crassicauda
Name: Androctonus crassicauda
Familie: Buthidae
Gattung: Androctonus
Herkunft und Vorkommen:
Androctonus crassicauda kommt in einem riesigen Gebiet von Marokko über Oman bis Israel vor. Darin besiedelt er alle geeigneten Biotope wie Sandwüsten, Geröllwüsten und Steppen. Hier legt er umfangreiche Gangsysteme an die oft unmöglich zu öffnen sind.
Ein Freund von mir hat versucht im Oman einige auszugraben. Sein Kommentar „ein Gangsystem, groß wie ein Fußballfeld“
Äußere Merkmale & Geschlechtsunterschiede:
Der Körper ist dunkelbraun bis schwarz, das Metasoma ist kräftig. Die Pedipalpen sind schmal und lang.
Die Weibchen sind wesentlich größer und haben schlankere Scherenhände wie die Männchen.
Haltungsbedingungen:
Wichtig ist ein nicht zu kleines Terrarium mit tiefem Bodengrund, da die Kerlchen buddeln wie die Maulwürfe. Innerhalb weniger Tage ist der ganze Boden durchsetzt mit Höhlen.
Die meisten meiner Terrarien sind 50X30X30 und das reicht für 1,1 Androctonus crassicauda gut aus. Aber im Gegensatz zu den meisten anderen Skorpionen wird der Raum komplett ausgenutzt. Untereinander sind die Tiere recht verträglich und selbst bei der Haltung von 1,2 hatte ich keine Ausfälle. Selbstverständlich darf eine flache Drinkschale nicht fehlen und eine Ecke des Terrariums wird einmal die Woche leicht angefeuchtet.
Durch die vielen Höhlen ist es ratsam nicht zu viele Futtertiere ins Terrarium zu geben, da man sonst keine Kontrolle über die Futtertiere hat. Gerade Heimchen können einem frisch gehäuteten Skorpion gefährlich werden, und schnell ist der Jäger der Gejagte. Selbst bei scheinbar adulten Tieren kann man nie sicher sein ob sie sich nicht doch noch einmal Häuten, hier habe ich schon einige Überraschungen erlebt.
Wenn sich dann eines Tages Nachwuchs einstellt, bemerkt man das erst durch ein regelrechtes Gewusel im Terrarium, darum ist es wichtig für absolute Dichtigkeit des Behälters zu sorgen.
Aufzucht und Nachzucht:
Für eine erfolgreiche Nachzucht von Androctonus crassicauda ist eine Überwinterung der Skorpione von Vorteil. Ob sie eine Voraussetzung ist bezweifle ich, da nicht überall in dem riesigen Verbreitungsgebiet die Wintertemperaturen so niedrig sind. Im Frühjahr kommt es zu nächtelangen Tänzen der Paare und irgendwann kann man die Stiele der Spermatophore erkennen.
Nach etwa drei Monaten kann man mit der Geburt der kleinen Skorpione rechnen, die noch bis zur nächsten Häutung auf dem Rücken der Mutter sitzen. Die Mutter mit den Jungen ist wochenlang vollkommen verträglich und es gibt keine Ausfälle durch Kannibalismus. Da man meist vielmehr Nachwuchs hat als man pflegen kann, ist es praktischer die ganze Gesellschaft für einige Monate zusammen zu lassen.
Wer will schon fünfzig bis hundert kleine Skorpione separieren und Monatelang in kleinen Döschen pflegen, immerhin brauch man dann auch Abnehmer für alle. Leider werden immer noch in erster Linie Wildfänge gekauft, die Aufzucht von Skorpionbabys ist den meisten zu mühsam.
Giftigkeit von Androctonus crassicauda:
Beim Händeln von Androctonus crassicauda ist äußerste Vorsicht geboten, das Gift ist genauso potent wie das von Androctonus australis, A. crassicauda ist aber wesentlich angriffslustiger als A. australis.
Wir bedanken uns bei viperaberus für den tollen Haltungsbericht
Posted by Sebi: 18.12.2009
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